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Das Bild vom Kind / Lernenden

bild-vom-kindGrundlage der Klax Pädagogik ist ein differenziertes Bild vom Kind bzw. vom Lernenden. Es geht davon aus, dass Kinder von sich aus wesentliche Voraussetzungen für Entwicklung und Lernen mitbringen.

Entscheidend ist hierbei, dass Kinder als Subjekte ihres Entwicklungs- und Bildungsprozesses begriffen werden. In der Interaktion mit anderen Menschen, in der aktiven Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und durch die Reflexion ihrer Entwicklungsschritte und Bildungsprozesse entwickeln sie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Insbesondere während der frühkindlichen Entwicklung nimmt das Erfahrungslernen einen hohen Stellenwert ein. Kinder sind neugierig und entdeckungsfreudig. Sie verfügen über Kreativität, Motivation und Ausdauer, um sich die Welt und ihre Gesetzmäßigkeiten zu erschließen. Dies gelingt ihnen besonders gut, wenn die Umgebung dafür entsprechend geeignet ist. Gestaltete Umgebungen, die ausreichend Reize und Anregungen bereithalten, erfüllen diesen Anspruch.

Individuelle Entwicklung

Die kindliche Entwicklung sowie Lernprozesse im Allgemeinen implizieren einen stetigen Zuwachs an Kompetenzen. Kinder einer Altersstufe verfügen nicht per se über die gleichen Kompetenzen. Sie haben unterschiedliche Entwicklungsvoraussetzungen und verfügen über vielfältige Fähig- und Fertigkeiten. Sie lernen auf ungleiche Weise und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Dabei variieren die Art und Weise des Lernens und die Geschwindigkeit auch in Abhängigkeit vom Lerngegenstand und einer Vielzahl anderer individueller Faktoren (vorhandene Kompetenzen, Interesse, Tagesform, emotionaler/sozialer Rahmen, Beziehungsqualität, Raum- und Materialangebot usw.).

Deshalb orientiert die Klax Pädagogik ihr Bild vom Kind an der Prämisse der individuellen Entwicklung eines jeden Menschen. Wichtige Entwicklungsschritte und die Bildungserfolge von Kindern/Lernenden werden in der Klax Pädagogik zum Ausgangspunkt für die Begleitung und Förderung der Kinder/Lernenden. Mit Hilfe unterschiedlicher Methoden (Lernen mit Zielen, insbesondere Portfolio etc.) werden sie dokumentiert und für die weitere Entwicklungs-/Lernbegleitung aufgearbeitet. Die Dokumentation dient nicht der Normierung, wie dies in neueren Ansätzen häufig vertreten wird. Vielmehr impliziert die der Klax Pädagogik immanente grundlegend optimistische und auf das Kind fokussierte Haltung, dass der Kompetenzerwerb von Menschen an den individuellen Lern- und Leistungsvoraussetzungen gemessen wird – nicht z.B. am Durchschnitt aller Menschen gleichen Alters.

Beziehungsqualität und Lösungsorientierung

Die Klax Pädagogik stellt die Individualität des Kindes in den Mittelpunkt des pädagogischen Agierens. Grundlegend ist dabei die Annahme, dass die Persönlichkeit von Menschen maßgeblich von den Einflüssen der Umwelt, insbesondere des sozialen Umfelds, geprägt wird. Die Persönlichkeit und Individualität sind mithin maßgeblich auch durch die Quantität und die Qualität von sozialen Interaktionen bestimmt.

Kinder sind auf ein der Entwicklung förderliches emotionales und soziales Umfeld angewiesen. Deshalb misst die Klax Pädagogik der Beziehungsqualität zwischen den Kindern und den sie begleitenden Erwachsenen einen wesentlichen Stellenwert in Hinblick auf die Entwicklungs- und Lernprozesse bei. Kinder lernen besser, wenn man ihnen mit Respekt begegnet, sie wertschätzt und ihre Leistungen anerkennt. Unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen von Lernprozessen ist demzufolge eine lösungsorientierte Haltung aller am Lernprozess direkt wie indirekt Beteiligten. Eine defizitorientierte Sichtweise auf Entwicklungs- und Bildungsprozesse von Kindern/Lernenden wird in der Klax Pädagogik abgelehnt, da diese das Lernen behindert und sich insgesamt negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirkt.

Reflexion

Die Fähigkeit zur Reflexion ist eine wichtige menschliche Eigenschaft. In der Klax Pädagogik wird der Reflexion im Zusammenhang mit Entwicklungs- und Bildungsprozessen eine hohe Bedeutung beigemessen. Die Kinder/Lernenden werden aktiv dazu befähigt, ihre Entwicklungsschritte und ihre Bildungserfolge zu reflektieren. Dies dient einerseits dazu, das Selbstbewusstsein in Hinblick auf die eigene Leistungsfähigkeit zu stärken und für neue Herausforderungen nutzbar zu machen. Andererseits dient die Reflexion der Metakognition, das heißt, die Lernenden erlangen mit Hilfe der Reflexion Wissen über das eigene Wissen. Sie lernen, dass und wie sie lernen. Indem sich die Kinder/Lernenden damit auseinandersetzen, wie sie sich entwickelt haben, wie sie sich Wissen aneignen etc., erlangen sie in zunehmendem Maße die Fähigkeit, ihren Bildungsprozess aktiv zu steuern und die Rahmenbedingungen des eigenen Lernens in Hinblick auf die zu erreichenden Ziele und den Lernerfolg optimal auszurichten.

Zur Unterstützung reflexiver Prozesse und zur aktiven Förderung der Metakognition hat die Klax Pädagogik Umsetzungsmethoden und Instrumente implementiert. Diese lassen sich grob unter den Begriffen des kompetenzorientierten Lernens, des Lernens mit Zielen, des Portfoliokonzeptes beschreiben.